Abwesenheitsnotiz
12. July 2008Gerade wieder da, schon wieder weg: In den nächsten zwei Wochen gibt es auf diesem Blog nichts Neues zu sehen. Bis bald!
Gerade wieder da, schon wieder weg: In den nächsten zwei Wochen gibt es auf diesem Blog nichts Neues zu sehen. Bis bald!
Aus der Reihe “Songs, die ich mir mindestens zehnmal direkt hintereinander angehört habe”:
Alphaville - Forever Young
(1994)
Im ersten Semester, dem Wintersemester 1994/1995, bei einer kleinen Party in meinem Plattenbau-Studentenwohnheimzimmer. Wir fühlten uns ungeheuer young, stellten auf Repeat und drehten bei jedem Abspielen ein bisschen lauter. Um vier Uhr nachts klopfte es. Er wohne zwei Stockwerke höher, sagte der Besucher. Nein, zu laut sei die Musik nicht, aber sie würde langsam langweilig. Ob wir wohl was anderes spielen könnten?
Überhaupt wundert es mich, wie duldsam meine Mitbewohner damals gegenüber Lautstärke waren. Jetzt sind meine Nachbarn nachts oft laut, aber bevor ich mich beschweren gehe, denke ich an damals und lasse es fast immer sein. Lieber kaufe ich Ohrstöpsel. Meistens reichen sie aus.
Heute: BVerfG, Urt. v. 03.07.2008, 2 BvC 1/07; 2 BvC 7/07
Frei, geheim und allgemein,
sollen unsre Wahlen sein.
Gleich und auch unmittelbar
stellt das Grundgesetz sie dar.
Das Wahlgesetz soll danach trachten
den Wählerwillen zu beachten.
Ein negatives Stimmgewicht?
Das Grundgesetz erlaubt es nicht!
Das Gesetz zur Bundestagswahl
macht es trotzdem, das ist nicht legal!
So entschied es das höchste Gericht
in Erfüllung seiner vornehmen Pflicht.
Doch gilt das Gesetz
erstmal weiter jetzt
und dient als Behelf
bis 2011.
Vereinbarter Fertigstellungstermin:
30.06.2008, 17:00 Uhr
Tatsächlicher Fertigstellungstermin:
30.06.2008, 16:58 Uhr
Seiten (Arial, 1,5-zeilig):
150
Wörter:
43.421
Fußnoten:
557
Mich selbst zitiert:
27x
Einträge im Literaturverzeichnis:
108
Gliederungspunkte im Inhaltsverzeichnis:
118
Die Statistik ist vorläufig (Änderungswünsche des Erstkorrektors vorbehalten und befürchtet).
Noch eine Woche bis zur Abgabe meiner Dissertation. Der Text ist fast fertig, die Quellen sind überprüft, die Luft ist raus, ich mag nicht mehr. Jetzt freue ich mich richtig auf das Erstellen von Literatur- und Stichwortverzeichnis: Eintönige, anspruchslose Arbeit, bei der man nicht viel nachdenken muss. Dann ist auch der Urlaub nicht mehr weit.
Und es gibt noch einen Grund zur Freude, nämlich diesen hier:
Jetzt, wo unser Werk im Buchhandel zu erwerben ist und in Bibliothekskataloge aufgenommen wird, verstehe ich die seltsamen Sorgen und Marotten, die von anderen Autoren überliefert sind: Sich vor negativen Online-Shop-Rezensionen fürchten, aber trotzdem täglich nachschauen müssen. Im Laden heimlich das eigene Buch signieren. Ständig den Email-Posteingang prüfen: Vielleicht hat ja Gabriel Garcia MárquezBernhard Schlink eine Glückwunschmail geschrieben?
Ich brauche wirklich dringend Urlaub.
Hier gibt es übrigens eine Leseprobe (PDF; 1,9 MB).
…ein Kind zeugen und ein Beatsteaks-Konzert besuchen: Das sind die Dinge, die ein Mann in seinem Leben getan haben sollte, heißt es. Zählt man die zahlreichen in den letzten Tagen aus dem Fenster gespuckten Kirschkerne als Baum, werde ich die Mission heute abend zur Hälfte erfüllt haben, denn:

Yeah!
Am kommenden Wochenende unterbreche ich meinen Fußball-Boykott für einige Wochen und mein Faible für Polen für 105 Minuten (und zwar am Sonntag von 20:45 bis ca. 22:30 Uhr). Notorischen Fußball-Tippern empfehle ich das EM-Tippspiel des RA-Blog, an dem ich auch teilnehme. Ich weise aber darauf hin, dass ich vor zwei Jahren das lehrstuhlinterne WM-Tippspiel bravourös gewonnen habe. Zieht euch also warm an!
Und zum Gedenken an die beiden letzten deutschen gewonnenen EM-Spiele vor 12 Jahren und an eine große Fußballliedernation, die leider diesmal nicht mitspielen darf: Musik!
Ein Handtuch ist von großem praktischen Wert, weiß der Reiseführer “Per Anhalter durch die Galaxis“, und weil ich (1.) bei meiner Dissertation jegliche Hilfe gebrauchen kann und (2.) ohnehin gerade allen Scheiß mitmache, beteilige ich mich am heutigen Towel Day und bringe ein Handtuch ins Büro mit:

Auf den praktischen Nutzen bin ich gespannt. Das Handtuch könnte z.B. all diese dicken Habil-Schriften lesen und mir sagen, ob was Wichtiges drin steht. Es könnte auch meine juris-Suchanfragen übernehmen und mir jede Stunde eine kleine Recherchemappe zusammenstellen. Ach ja, und Kaffee kochen, das wäre toll.
Keine Ahnung, wer da beim Grand Prix gewonnen hat, jedenfalls hat er es verdient, dachte man bei FAZ.net:

Quelle: FAZ.net von 0:30 Uhr.
Der Dissertations-End-Endspurt beginnt! Es ist Land in Sicht, endlich. Gerade habe ich eine Liste mit den noch offenen Baustellen erstellt - sie passt tatsächlich auf eine A4-Seite! -, morgen folgt dessenthalben eine letzte tiefe Literaturgraberei, dann werden die Baustellen in der nächsten Woche geschlossen und schließlich sind in der übernächsten Woche geschätzte zwanzig Seiten zu füllen, größtenteils damit, dass ich die gewonnenen Erkenntnisse auf konkrete Fälle anwende. Das sollte nicht so schwer sein: Denken und tippen fällt mir leichter als das Umherirren in den Schachtelsätzen fremder Leute.
Bis Ende Juni muss alles fertig sein. Das heißt, ich habe noch drei Wochen für den verkorksten Fußnotenapparat, das Literaturverzeichnis und für allgemeine textliche Verschönerungen. Müsste doch reichen, oder?