“Jeder Gag im Film hat sich seinen Platz in Testvorführungen redlich verdient. Was nicht ankam, wurde gnadenlos herausgeschnitten.”
Al Jean im SPIEGEL 27/2007, S. 142.
Da hat er leider Recht.
Zugegeben, ich habe mich gut amüsiert. Viele Gags sind wirklich lustig, die Story ist spannend und schlüssig und nicht nur ein Witz-Vehikel, die Technik tut ihr Bestes. Dass der Film in 2D daherkommt, schadet ihm nicht, im Gegenteil. Es ist ein richtig guter Film.
Es ist aber kein richtig guter Simpsons-Film. Ihm fehlt das Simpsons-Gen: Die typische Mischung aus Anarchie, Biss und Moral. Weil er ein Blockbuster werden soll, hat man ihn in endlosen Testvorführungen rundgelutscht. Unter allen Simpsons-Geschichten ist er der Gottschalk, das Formatradio, das Krombacher: mehrheitsfähig, geglättet, beliebig. Von der bezaubernden Gesellschaftskritik der besten Simpsons-Folgen ist nicht viel übrig. Die Film-Simpsons haben sich ins Private zurückgezogen.
Last Exit To Springfield, Mr. Lisa Goes To Washington, Marge vs. the Monorail oder Homerpalooza: Wer sich von den Simpsons überraschen, schockieren, irritieren und verarschen lassen will, wer etwas sehen will, das seinen Blick auf die Dinge für immer verändert – der sollte den Film vergessen und die Serie schauen.