Wer genug Zeit für nutzlose Diskussionen hat, kann sich hier und vor allem hier an der Suche nach dem deutschen Spießer beteiligen. Zwischenstand: Er liebt die Produkte von Apple und trinkt Bionade – obwohl letzere in Wirklichkeit Rassismus transportiert. Und ich dachte immer, Spießertum sei eher eine Geisteshaltung als ein soziales Milieu.
Vor allem aber belegen Thema und Diskussion, dass der Kapitalismus auch von denen gestützt wird, die ihn ablehnen. Coca-Cola ist US-imperialistisch? Kaufen wir Thüringer Ökolimonade! BMW baut stinkende Managerprotzkarren? Bestellen wir den Prius! Geschmacklich verfeindete Konsumentengruppen sorgen für ein vielfältiges Angebot – und damit für kapitalistischen Wettbewerb, ob sie wollen oder nicht.
Es gibt eben kein richtiges Leben im Falschen, nur ein stellvertretendes. Und wer es leben will, der zahlt. Zum Beispiel für den Toaster von Manufactum (€ 289,00). Oder für das Che-Guevara-T-Shirt (€ 19,90). Die Firma dankt.
12. April 2008 at 18:31 |
Das mit dem Rassismus war eine Kritik am Vorredner.
Es gibt natürlich etliche weitere Spiesserprodukte, bspw. – Aufgepasst! – teure Whisk(e)ys oder Cognacs. Schon mal ein fünfzigjährigen W. konsumiert? LOL
14. April 2008 at 11:00 |
Bionade ist nicht thüringisch, sondern fränkisch
15. April 2008 at 13:53 |
Der Zusammenhang zwischen Bionade und Whisky erschließt sich mir noch nicht so recht.
18. April 2008 at 15:56 |
Wie wäre es damit: diejenigen, die ihren Widerstand gegen Spießertum und Etabliertes mit dem Tragen von Che Guevara Shirts zum Ausdruck bringen (wie armselig), mischen Whisky mit Bionade.
Ich mag Whisky. Hin und wieder auch mal Bionade. Der wahre Rebell trinkt pur.
20. April 2008 at 13:41 |
Wer Whisky mit Bionade mischt, dem ist offensichtlich nicht mehr zu helfen… Am pur Trinken kann ich im Übrigen auch nichts Rebellisches und/oder Spießiges ausmachen. Dabei handelt es sich lediglich um eine Frage des (guten) Geschmacks.
21. April 2008 at 21:27 |
Ich frage mich allerdings, ob man mit Bionade vernünftige Cocktails hinbekommt. Eigentlich müsste das gut klappen, denn das Zeug ist nicht allzu süß und dafür sehr fruchtig. Offiziell gibt es aber nur Alkoholfreies, und Google findet nur wenig.
21. April 2008 at 21:38 |
Geradezu absurd, diese “Natürlich ohne Alkohol”-Aussage, wenn man bedenkt, wo der Hersteller seine Wurzeln hat…