Meistens gelingt der F.A.Z. die Trennung von Nachricht und Meinung. Über politische Sachverhalte wird neutral berichtet und das konservative Stahlgewitter den Leitartikeln und Kommentaren überlassen. Im Fall Ypsilanti klappt das leider nicht immer, zu groß ist die Treue zu Roland Koch:

F.A.Z. von heute, Titelseite
Ich persönlich freue mich, dass Ypsilanti heute nicht gewählt wird. Ob die vier Gefolgschaftsverweigerer aber wirklich so phantastisch sind, wie die Zeitung es auf der Titelseite, ganz ohne Anführungszeichen, andeutet? Zur Ehrenrettung lässt sich anführen, dass im Innenteil auch die Kritiker der Vier ausführlich zu Wort kommen (der Artikel ist nicht online, siehe aber hier). Die Bildüberschrift jedoch ist fehl am Platz. Eine Zeitung, die mit offenem Visier an der öffentlichen Meinungsbildung mitwirken will, überlässt solche Statements besser dem Meinungsteil.
Und dabei hat die F.A.Z. sonst so schöne Titelbilder.
4. November 2008 at 23:15 |
Bis vor kurzem hatte die FAZ gar keine Titelbilder und noch die schöne Antiqua-Schrift bei den Schlagzeilen. Ist ein bisschen beliebiger geworden, die alte FAZ. Anbiedern ist nicht immer ein Erfolgsrezept.
5. November 2008 at 20:10 |
[...] Frankfurter Allgemeine Zeitung verherrlicht die vier Abgeordneten unter der Überschrift Die phantastischen Vier. weitere Beiträge in diesem ZusammenhangSPD-Rechte in Hessen proben Aufstand: Reaktionen von [...]
16. November 2008 at 9:17 |
Sicher, die Aussage ist eine Meinung, aber doch wohl die einzige, die man als Demokrat vertreten kann: Indem Politiker nunmehr sogar aus den eigenen Reihen an ihre Wahlversprechen erinnert werden, hat unser Land eine demokratische Stärkung erfahren – und das ist phantastisch!
17. November 2008 at 10:05 |
Demokratische Stärkung… naja. Nach alldem, was die vier jetzt durchmachen, war es wohl das letzte Mal, dass jemand vor solch einer Wahl offen verkündet, nicht mitzumachen. Da bleibt man doch lieber im Verborgenen, so wie weiland der “Heidemörder”.
17. November 2008 at 21:48 |
Phantastisch hin oder her – wer ein Wahlversprechen bricht mit der Begründung, man sei ja davon ausgegangen, dass die Linkspartei eh nicht in den Landtag einzieht, hat es nicht besser verdient.
Übrigens: Wenn ich erstmal König von Deutschland bin, dann verfüge ich, dass Robert Lemke 24 Stunden täglich im TV läuft. Ehrlich – versprochen!
18. November 2008 at 21:40 |
@scheiloranch, war das nicht Rio Reiser?