Don’t mess with Texas

Gastlektion des texanischen Gouverneurs, Staatsrecht 1. Semester:

“230 years ago, our forefathers fought a war to throw off the yoke of a European monarch and gain the freedom of self-determination. Texans long ago decided that the death penalty is a just and appropriate punishment for the most horrible crimes committed against our citizens. While we respect our friends in Europe, welcome their investment in our state and appreciate their interest in our laws, Texans are doing just fine governing Texas.”

(Quelle; darum ging’s)

Eine schroffe Zurückweisung charmante Erinnerung an das Demokratieprinzip und die Grenzen der Zuständigkeit eines Staatenverbundes.

Wohl gewählte Worte, doch es bleibt das schale Gefühl einer verpassten Chance. Wäre es nicht viel schöner gewesen, er hätte im Gegenzug ein Moratorium für Ausländerjagden durch ostdeutsche Innenstädte gefordert? Eine Untersuchung der Todesfälle von Flüchtlingen an den Grenzen der EU? Die Abschaffung des öffentlich-rechtlichen Rundfunkes? Zwangsrasur für Kurt Beck? Weltverbesserung ist schließlich keine Einbahnstraße.

Versteht mich richtig: Ich finde die Todesstrafe abscheulich und unsinnig. Sie ist in Deutschland zu Recht abgeschafft. Doch ich verstehe sehr gut, dass ein Amerikaner misstrauisch wird, wenn ein Europäer ihm innenpolitische Ratschläge erteilt. Umgekehrt würde ich mir das auch verbitten.

Zum Thema:

2 Responses to Don’t mess with Texas

  1. Bernie.1 says:

    “Wir schließen gleich”

    Früher spielten wir oft “Errate die Geschichte”: Einer erzählt eine kurze, rätselhafte Begebenheit, die anderen müssen das Drumherum erraten. Dazu dürfen sie Ja-Nein-Fragen stellen. Eine dieser Geschichten ging so:
    “Ein Mann renn…

  2. ElGraf says:

    Die Zote mit dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk ignoriere ich jetzt mal geflissentlich, auch wenn sie unpassender nicht sein könnte und deswegen auch nur begrenzt Heiterkeit erzeugt.

    Demokratieprinzip und Grenzen der Zuständigkeit sind eine Sache, Menschenrechte eine andere. Davon einmal abgesehen, ist Einmischung in “innenpolitische” Problemchen wie Menschenrechtsverletzungen, Demokratiedefizite etc. keineswegs eine europäische Spezialität, so dass man sich jenseits des Teiches nicht allzu sehr wundern sollte, wenn man an eigenen Maßstäben gemessen wird und das in Form eines höflichen Hinweises. In diesem Zusammenhang wirkt es geradezu lächerlich, wenn der texanische Gouverneur das europäischen Monarchenjoch heraufbeschwört und ein deutscher Blogger ihm mittels vermeintlicher Binsenweisheiten aus “Staatsrecht I” sekundiert.

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