Leichenfledderei

Der Bestatter berichtet über Betrüger, die ihre Opfer in Todesanzeigen suchen:

Bestimmte Firmen versenden in teils betrügerischer Absicht Waren und Rechnungen an Hinterbliebene, um diesen das Geld aus der Tasche zu ziehen. Die Todesanzeigen in Dutzenden von Tageszeitungen werden systematisch ausgeschlachtet und man sendet den Leuten Waren die sie nicht bestellt haben oder einfach nur Rechnungen, in denen behauptet wird, der Verstorbene habe zu Lebzeiten noch das eine oder andere geordert.

Der BGH hatte im Jahr 2001 einen ähnlichen Fall zu entscheiden: Der Betrüger verschickte Angebote (“Insertionsofferten”) für Internet- Todesanzeigen. Die Angebote enthielten bereits vorgedruckte Überweisungsträger und sahen auch sonst wie Rechnungen aus. Strafbar gemäß § 263 Abs. 1 StGB.

Irgendjemand müsste mal herausfinden, wieviele Straftaten begangen werden, weil Jurastudenten von der höchstrichterlichen Rechtsprechung auf dumme Ideen gebracht werden. Ein schönes Thema für eine kriminologische Dissertation: “‘Weil ich weiß, wie es geht’ – Juristisches Fachwissen als Verbrechensursache”.

One Response to Leichenfledderei

  1. Thomas says:

    Früher hat man wenigstens nur die Häuser der Trauergemeinde ausgeräumt, während die bei der Beerdigung waren… das ist irgendwie noch “ehrlicher”.

    Auch beliebt: Rechnungen für angebliche Branchenbucheinträge an neu gegründete Firmen verschicken.

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s

%d bloggers like this: