Der unbefugte Fahrzeuggebrauchsfall von Gladbeck

Ach, F.A.Z.: Sowohl in Deiner Printausgabe als auch online nennst Du die Geschichte des Josef F. durchweg den “Inzestfall”.

Was war da passiert? Josef F. hielt seine eigene Tochter mehr als 20 Jahre in seinem Keller gefangen, missbrauchte sie und zeugte sieben Kinder mit ihr, von denen er einige ebenfalls einsperrte – sie hatten bis heute nie den Himmel gesehen. Ein anderes Kind starb kurz nach der Geburt; Josef F. verbrannte es in seinem Ofen. Vor seiner Frau und den anderen Kindern, alle wohnhaft im gleichen Haus, hielt er das Kellerverlies geheim. So lautet jedenfalls der Ermittlungsstand, gestützt u.a. auf F.s Geständnis.

“Inzestfall” trifft da nicht ganz den Kern.

7 Responses to Der unbefugte Fahrzeuggebrauchsfall von Gladbeck

  1. corax says:

    „Josef F. hielt seine eigene Tochter mehr als 20 Jahre in seinem Keller gefangen, missbrauchte sie und zeugte sieben Kinder mit ihr, von denen er einige ebenfalls einsperrte – sie hatten bis heute nie den Himmel gesehen.

    “So lautet jedenfalls der Ermittlungsstand, gestützt u.a. auf F.s Geständnis.

    EMRK §6 (2) ???

  2. Bernie says:

    Deshalb mein Hinweis auf Geständnis und Ermittlungsstand.

  3. ElGraf says:

    Wann ging man denn eigentlich dazu über, auch den Nachnamen des Täters zu verwenden (zumindest bei SpOn)?

    Im Übrigen versteh ich leider die Überschrift nicht😦.

  4. Bernie says:

    Bei CNN habe ich den Nachnamen gerade erstmals gehört – weiß auch nicht, wann das losging. Die Überschrift soll an damals erinnern, wo es auch, aber eben nicht nur, zu einer Tat nach § 248b Abs. 1 StGB kam – ich gebe zu, dass man sie grammatisch anfechten kann.🙂

  5. scheiloranch says:

    Zur Überschrift habe ich eine kleine Anekdote:

    Neulich war ich mal wieder mit dem Auto unterwegs in Richtung Süden. Der Gigolo war auch dabei. Als wir an der Raststätte Grundbergsee vorbeibrausten, rollten wir das Geiseldrama noch einmal diskussionsmäßig auf. Und dann fragte ich mich selbst, warum ich eigentlich so selten an Grundbergsee vorbeikomme. Die Antwort ist natürlich klar: Weil ich normalerweise immer 20 Minuten vorher am Bremer Kreuz abfahre, was aich auch an diesem Tag hätte tun müssen…

  6. elgraf says:

    OK. Google hätte geholfen *schäm*.

  7. Bernie says:

    Nachtrag: Thomas Glavinic schreibt – ausgerechnet – in der F.A.Z. (von gestern):

    Ich klicke mich durch die österreichischen Nachrichtenseiten. Überall spricht man vom „Inzestfall Amstetten“. Dass eine Frau vierundzwanzig Jahre in einem Keller eingesperrt war, dass eine Neunzehnjährige und ein Achtzehnjähriger sowie ein Fünfjähriger in ihrem ganzen Leben die Sonne nicht gesehen haben und sich vermutlich schon amerikanische Geheimdienste um Termine mit den Opfern bemühen, um herauszufinden, wie das nach Atomkriegen mit uns werden wird – das scheint die Leute weniger zu erschrecken.

    (online hier – der Online-Redaktion ist aber nichts weiter aufgefallen)

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