Weine nicht um mich, Buenos Aires

22. March 2009

Verreisen könnte so schön sein, gäbe es nicht den gemeinen Zielortohrwurm. Existiert ein Song zu meinem Reiseziel, spukt er mir während der ganzen Fahrt im Kopf herum.

Das funktioniert besonders zuverlässig bei popkulturell gut erschlossenen Gebieten wie den USA. Zwischenstopp in Memphis? Wenn’s gut lief, Mark Cohn. Wenn es schlecht lief, Scooter. Busfahrt nach New York? Frank Sinatra, natürlich. Mit dem Auto nach Miami? Eine alte TV-Titelmelodie. Aber auch andere Ziele haben Tücken. So zum Beispiel Barceloooona, Dublin oder – dieses Tote-Hosen-Videos wegen – Autofahrten nach Italien. Ganze Kontinente sind schlichtweg verboten, und selbst mit den Himmelsrichtungen ist es kritisch.

Insofern weinen weder Argentinien noch ich, dass ich heute abend doch nicht, wie eigentlich geplant, nach Buenos Aires fliege. Sondern nach Santiago de Chile. Gibt es einen Song dazu? Wenn ja, so hat ihn mein Ohrwurm noch nicht gefunden.

Nicht verreisen hilft übrigens auch nicht. Welches Lied wohl läuft, während ich meinen Kühlschrank entfroste? Die Antwort gibt’s hier.

Das waren jetzt sehr viele sehr schlimme Lieder, deswegen hier noch das bewährte Ohrwurm-Gegenmittel:


(YouTube DirektMadM)

(Hier passiert erst Mitte April wieder etwas. Seid artig!)

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Aber schon am nächsten Tag

19. December 2008

Ich bin diesem Augenblick lange aus dem Weg gegangen und war stolz darauf. Wirklich alles habe ich dafür getan und alle Versuchungen gemieden. Fernsehprogramme blieben ungesehen, Radiosender ausgeschaltet. Statt Einkaufsbummel zu machen, habe ich fast alle Geschenke im Internet bestellt (Entschuldige bitte, lieber Cottbuser Einzelhandel). Länger als gedacht war ich erfolgreich. So lang wie noch kein Jahr zuvor.

Doch heute abend, an der Burger-King-Theke, hat es mich hinterrücks überfallen. Die Rede ist von diesem Lied:

Fastfood ist eben doch ungesund.


Kleine Pause

13. August 2008

Ja, hier geht es demnächst weiter. Aber es ist warm draußen, bei der Arbeit gibt es viel zu tun, letzte Woche war ich krank, mich hat eine gewisse Blogmüdigkeit befallen und auch wenn der Sommer voller Themen steckt (Raucherschutz! Georgien! Olympia!), fällt mir nichts Spannendes dazu ein. Fünf Ausreden, und alle sind wahr. Bis bald!

Und wer nicht selber blogmüde werden will, der sollte z.B. diesen Beitrag lieber nicht lesen (via lawblog).


Abwesenheitsnotiz

12. July 2008

Gerade wieder da, schon wieder weg: In den nächsten zwei Wochen gibt es auf diesem Blog nichts Neues zu sehen. Bis bald!


Songs in der Endlosschleife (8)

11. July 2008

Aus der Reihe “Songs, die ich mir mindestens zehnmal direkt hintereinander angehört habe”:

Alphaville – Forever Young


(YouTube Direktdanceinstyle)

(1994)

Im ersten Semester, dem Wintersemester 1994/1995, bei einer kleinen Party in meinem Plattenbau-Studentenwohnheimzimmer. Wir fühlten uns ungeheuer young, stellten auf Repeat und drehten bei jedem Abspielen ein bisschen lauter. Um vier Uhr nachts klopfte es. Er wohne zwei Stockwerke höher, sagte der Besucher. Nein, zu laut sei die Musik nicht, aber sie würde langsam langweilig. Ob wir wohl was anderes spielen könnten?

Überhaupt wundert es mich, wie duldsam meine Mitbewohner damals gegenüber Lautstärke waren. Jetzt sind meine Nachbarn nachts oft laut, aber bevor ich mich beschweren gehe, denke ich an damals und lasse es fast immer sein. Lieber kaufe ich Ohrstöpsel. Meistens reichen sie aus.

Bei Ivo gibt’s weitere Versionen des Songs.

Alle Teile der Serie in diesem Blog


Autorenmarotten

23. June 2008

Noch eine Woche bis zur Abgabe meiner Dissertation. Der Text ist fast fertig, die Quellen sind überprüft, die Luft ist raus, ich mag nicht mehr. Jetzt freue ich mich richtig auf das Erstellen von Literatur- und Stichwortverzeichnis: Eintönige, anspruchslose Arbeit, bei der man nicht viel nachdenken muss. Dann ist auch der Urlaub nicht mehr weit.

Und es gibt noch einen Grund zur Freude, nämlich diesen hier:

Jetzt, wo unser Werk im Buchhandel zu erwerben ist und in Bibliothekskataloge aufgenommen wird, verstehe ich die seltsamen Sorgen und Marotten, die von anderen Autoren überliefert sind: Sich vor negativen Online-Shop-Rezensionen fürchten, aber trotzdem täglich nachschauen müssen.  Im Laden heimlich das eigene Buch signieren. Ständig den Email-Posteingang prüfen: Vielleicht hat ja Gabriel Garcia MárquezBernhard Schlink eine Glückwunschmail geschrieben?

Ich brauche wirklich dringend Urlaub.

Hier gibt es übrigens eine Leseprobe (PDF; 1,9 MB).


Fußball, du kannst nach Hause gehn

27. April 2008

Gestern nachmittag, an meinem dissertationsfreien Tag, saß ich auf dem Balkon, und wie ich da so sitze und all die fröhlichen Fußballfans betrachte, die gerade zum Spiel gegen Rostock unterwegs sind mit ihren Trikots, Bierflaschen und Fahnen, und ich an meiner Apfelschorle nippe und in Gedanken einen launigen Blogeintrag verfasse, in dem ich von meiner Cottbuser Stadionerfahrung erzähle und davon, dass mir Fußball umso besser gefällt, je weiter ich von den Veranstaltungen entfernt bin, was mir bei der katholischen Kirche übrigens ganz ähnlich geht, als ich also gutgelaunt in die Sonne blinzele und mich freue über den Tag, das Wetter, und das Leben insgesamt, da holt einer von ihnen tief Luft und brüllt aus voller Kehle:

“Juden raus! Juden raus! Geht zurück in euer Land!”

So nicht, Fußball. Das war’s. Ihr könnt absteigen, meinetwegen. Alle.